Last week

Ja ich war etwas schreibfaul die letzten Tage, deswegen eine kleine Zusammenfassung dessen was hier am Lake Toba passiert ist, bevor es morgen weiter geht.

Wie in meinem letzten Post bereits angekündigt stand Hühnchen schlachten und natürlich auch Essen auf dem Programm. Nach einer kurzen Motorradtour in Richtung Dschungel war unser Ziel ein Tuakshop.

Tuakshops sind hier sowas wie lokale Treffpunkte an denen sich die Einheimischen einfinden um über Gott und die Welt zu diskutieren. So war es auch ein sehr geselliges Beisammensein. Drei local Jungs sind dann verschwunden und kurz darauf mit drei gackernden Hühnern als Trophäe wieder zurück gekommen. In dem Häuschen ging es den Chicken dann an den Kragen, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die ersten beiden Hühnchen sollten Anschaungsunterricht für mich sein: lang gestreckt, gehalten an den Füßen und am Kopf über eine Schüssel, ein paar Federn am Hals rupfen und dann mit dem Messer Hals auf (Halal), Blut in die Schale, ein paar Sekunden später wars das dann auch. Dann war also ich an der Reihe, doch ein etwas eigenartiges Gefühl! Hühnchen gepackt, Federn weg, Messer an die Kehle, aber nix passiert. Irgendwie war ich wohl zu zögerlich und das Messer nicht besonders scharf, sodass dann die alte Lady, die ansonsten fürs schlachten zuständig war, eingegriffen und beherzt zugeschnitten hat, um dem Hühnchen unnötiges Leiden zu ersparen. Da muss wohl irgendwann nochmal ein Versuch her, aber ich habs jetzt immerhin mal versucht!(Meiner Meinung nach sollte ja jeder der Fleisch isst, auch mal ein Tier schlachten um sich bewusst zu sein, wie und wo Fleisch eigtl. her kommt).

Rupfen, zerlegen und dann wurde das Hühnchen auf drei verschieden Arten zubereitet, und natürlich wird dabei, wie in Gesellschaften die nicht in völligem Überfluss leben üblich, jedes Teil verarbeitet. So gab es die besten Stücke gekocht mit Chilli und Ingwer, der Großteil des Fleisches mit Knochen wurde gegrillt (mit dem Blut der Hühnchen sehr lekker mariniert) und aus dem Rest eine äußerst delikate Suppe zubereitet. Zum Essen bzw. danach wurde in lustiger Runde Tuak getrunken und natürlich gesungen und Gitarre gespielt.

Zwei Tage der vergangenen Woche war ich in Siantar, dass ist die nächste größere Stadt hier, in der ich mein Visum verlängern konnte. Ed hat dort fast 2 Jahre gewohnt, sodass wir dort bei Kollegen unterkommen konnten. Übernachtet haben wir bei den Eltern von Jack, sehr interessant war es mal zu sehen, wie ein Haushalt hier aussieht und wie die Leute da leben.

Visum beantragen war auch etwas speziell, ist Korruption hier weit verbreitet und kaum ein Geheimnis. Das rührt zu einem Gutteil daher, dass man sich in Positionen in Regierungs und Offizielle Stellen einkaufen muss. Je höher die Position, sprich je mehr sich später durch Korruption rausholen lässt, umso höher der Einkaufspreis. Ed hat sein Visum auch verlängert und da er auf den Goodwill der Beamten angewiesen ist, war es für ihn entsprechend teurer. Das Prozedere dabei läuft ganz offen ab, nach dem Motto „give me more“. NIchts mit Geldscheine unauffällig im Pass oder sonstige Geheimnistuerei. Natürlich wollte sie auch von mir Kohle, dass haben wir aber abgelehnt, was ein „I hate you“ zur folge hatte. Ed hat umgerechnet ca. 10 Euro bezahlt, was ca. einem normalen Tagesgehalt entspricht, nimmt man an das dies mehrmals am Tag passiert, so kann man sich vorstellen dass dies sehr lukrative Jobs sind.

Ansonsten wurde die letzte Woche das ein oder andere am Segelboot repariert, da ja bekanntlich bei jeder Ausfahrt etwas kaputt geht. Chillen, Insel erkunden, Bierchen trinken waren ansonsten auch gern gesehene Abwechslungen.

Die letzten beiden Tage haben wir (Katrin ist mittlerweile auch da) mit dem Motobike von Jack die Insel erkundet. Sehr schöne Strassen durchs Gebirge, ein Haufen lustige Leute und die Erkenntnis das ich definitiv nicht zum letzten Mal hier gewesen bin sind das Ergebniß.

Morgen geht es dann weiter nach Bukit Lawang, das ist zwar nur ca. 300 KM von hier, macht aber mit Local Bus 8-9h Fahrt. Dort liegt der Eingang zum Gunung Leuser National Park, ein großer Nationalpark Indonesiens und ausserdem Heimat der letzten verbleibenden Sumatra Orang Utan. Hoffenlich werden wir sie auf einem geplanten Trekking zu Gesicht bekommen.

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