Zahl des Tages

23 Stunden 32 Minuten! Solange wird mein Zug vorrausichtlich brauchen um mich von Beijing nach Shenzhen zu bringen. Das sind ca. 2400 km.

Ich fahre hier in China gerne mit dem Zug , es hat was entschleunigendes. Man liegt in seinem halbwegs bequemen Bett, kommt mit Mitreisenden in Kontakt und sieht die unterschiedlichsten Landschaften vorbei ziehen. Eigentlich eine sehr angenehme Art zu reisen. Nicht ganz so angenehm sind meistens die Klos (Dünnpfiff sollte man wirklich nicht haben). Wer sich an lauten, schmatzenden, merkwürdige Töne von sich gebenden Chinesen stört, für den ist eine solche lange Zugfahrt vllt. auch nicht unbedingt geeignet. Ansonsten wird man im Zug rundum versorgt, günstiges Essen, Trinken, Snacks, Bier…alles was das Herz begehrt wird angeboten.

Sodenn bis demnächst aus dem hoffentlich etwas wärmeren Süden


Hit the road again!

Die nächsten Wochen wird es weniger Einträge zu China geben, sondern eher Reiseberichte. Es ist wieder soweit, es gilt neue Horizonte zu ergründen. Noch bin ich zwar nicht unterwegs, aber es handelt sich nur noch um Tage. Katrin ist bereits in Shanghai und ich werde mich Ende der Woche Richtung Süden auf den Weg machen. Kurzer Abstecher nach Shenzhen zum Büx und dann Anfang nächster Woche nach Indonesien. Dort erstmal den Ed besuchen, und dann mal schaun!

Nach Shenzhen geht es mit dem Zug, und der Ticketkauf war mal wieder ganz China-like: weiterlesen


Another No. 1 for China

Und mal wieder eine neue No. 1! Diesesmal der Containerhafen in Shanghai.


China und die Steinzeit

Es wird unschön, wir begeben uns in die Niederungen des chinesischen WWW. Dort findet man manches gar nicht (die drei großen T´s), manches kurioses und ziemlich gestörtes, wie dieses Fundstück hier.

Eine Website die sich aufschwingt gegen das Übel der Menschheit, Sexualität, ins Felde zu ziehen. Besonders an Homosexualität, Onanie und Exzessen wird die Welt zu grunde gehen, wie uns hier gelehrt wird. Die Kategorien der Website tragen Namen wie „Opfer der Homosexualität„, „Laster der Selbstbefriedigung“ (zur illustration werden Bilder von 1844 herangezogen), „Boshaftigkeit der sexuellen Freizügigkeit“ usw…Zum Ende gibts dann als Krönung den „Altar der Reue“! weiterlesen


Der Spiegel und China 2

Heute weiß der Spiegel:

China gibt den Euro-Retter. Auf seiner Europa-Tour kündigt Vizepremier Li Keqiang weitere Finanzspritzen an. Doch hinter der kapitalkräftigen Charmeoffensive steckt knallharte Interessenpolitik.

Vorsicht Captain Obvious! Da vergißt man glatt das alles was unsere Regierung tut, von Nächstenliebe, Mitgefühl und Selbstlosigkeit getragen ist.

Interessant wird es dann dort wo dargestellt wird, warum Chinas Hilfe „alles andere als ein Selbstloser Akt“ ist. Dort liest der geneigte Leser: weiterlesen


Der Spiegel und China

Der Spiegel glänzt heute mit tiefen Einsichten zu China. Natürlich dürfen als Titelbild in der Onlineausgabe ein Haufen Chinesen in Rot nicht fehlen, den richtig, wir erinnern uns, China ist die „Rote Gefahr“ (wahlweise auch Gelb)

Gar verwunderlich wird es dann im Artikel, in dem kurz und bündig die drohenden Gefahren für China selbst, resultierend aus dem eigenen Wachstum, dargestellt werden. weiterlesen


Nachtrag zu: Kognitive Dissonanz

Gestern sind uns noch äußerst prikant-brisante Informationen zur neuen Kfz-Zulassungspraxis-Geschichte zu Ohren gekommen: Der gewieftere Autobesitzer hier scheint schon seit längerem wacker gegen jegliche Einschränkungen der persönlichen Fahrfreiheit gerüstet zu sein:

Normalerweise sind die Autos hier so zugelassen, dass man mit einem Fahrzeug vor 20 Uhr nur an bestimmten Tagen fahren darf.  Erkennbar ist das an einer Nummer auf dem Kennzeichen, die anzeigt, wann der jeweilige Fahrzeugbesitzer sich auf der Straße rumtreiben darf. Meist abwechselnd dürfen Leute z.B. mit den Ziffern 1,3,5 und am nächsten Tag die mit 2,4,6 fahren.

Bekannt ist, dass über das Fahrverbot bei kleineren Fahrten, bei denen die Wahrscheinlichkeit, entdeckt zu werden gering ist, leicht hinweggegangen wird. Nun haben wir gestern von einer Freundin gehört, die mit einem Chinesen unterwegs war, dass die Chinesen sich etwas Praktisches ausgedacht haben, um auch längere Fahrten an „verbotenen Tagen“ unentdeckt hinter sich zu bringen: Es gibt hier professionell gemachte Aufklebersets zu kaufen, die man bei Gelegenheit dann einfach auf dem Nummernschild anbringen kann. Sobald eine größere Fahrt ansteht, wird dann die passende Nummer für den jeweiligen Tag aus dem Set geholt, auf das Nummernschild geklebt und dann erst um 20 Uhr, wenn scheinbar mehrere Nummern fahren dürfen, wieder abgemacht.

Die neue Zulassungspraxis scheint übrigens wie am Schnürchen zu laufen

Noch ein paar Zahlen zur derzeitigen Verkehrssituation in Beijing:

  • 4, 5 Millionen offiziell zugelassene Autos in Beijing Anfang Dez. 2010
  • 6,2 Millionen Menschen haben einen Führerschein in Beijing
  • auf 1000 Menschen kommen momentan ca. 130 Autos (Vgl.: Shanghai 45, Gesamt-China 19, Deutschland 573)
  • 700.000 Autos groß ist die Flotte der chinesischen Zentral- und Lokalregierung in Beijing
  • Gewünschte Obergrenze an zugelassenen Fahrzeugen in Beijing: 6,7 Millionen
  • Schätzung des Statistischen Amtes in Beijing für 2020 bei gleichbleibendem Zuwachs: 200 Millionen Autos