Schlagwort-Archive: Beijing

The Big Poo Incident

Zur Vorgeschichte:

Nach einem dreiviertel Jahr gemütlichen Zusammenlebens auf 16 qm im Beiwaier International Student Dormitory aka Guojiaolou und dem Ende der Sprachkursphase meines Stipendiums haben Tobi und ich uns nun endlich eine eigene Wohnung gesucht. Unser neues Zuhause liegt in der Nähe des Beijinger Lama-Tempels, mitten in den Hutongs. Die Hutongs sind auf ihre eigene Weise eine Art Altstadt Beijings: Wo ansonsten eher Hochhäuser und Apartment-Blocks das Bild Beijings prägen, gibt es hier kleine, ein- bis zweistöckige Häuser, viele mit traditionellen Elementen verziert, schmale Gassen, viele Bäume und gemütliche Bars und Cafés überall. In einigen Ecken der Hutongs tummeln sich auch bereits die wenigen Hipster, die Beijing bislang so hervorgebracht hat (was vermutlich an der Vielzahl kleiner In-Kneipen und –Shops liegt). Gerade nach einem dreiviertel Jahr 15. Stock im Hochhaus lebt es sich hier sehr, sehr genehm. Nachts ist es extrem ruhig, durch das Fenster kann man Bäume sehn und durch unsere gar fantastische Dachterrasse gibt es auch endlich wieder einen Platz zum gemütlich draußen sitzen, sonnen, grillen usw.

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Nachtrag zu: Kognitive Dissonanz

Gestern sind uns noch äußerst prikant-brisante Informationen zur neuen Kfz-Zulassungspraxis-Geschichte zu Ohren gekommen: Der gewieftere Autobesitzer hier scheint schon seit längerem wacker gegen jegliche Einschränkungen der persönlichen Fahrfreiheit gerüstet zu sein:

Normalerweise sind die Autos hier so zugelassen, dass man mit einem Fahrzeug vor 20 Uhr nur an bestimmten Tagen fahren darf.  Erkennbar ist das an einer Nummer auf dem Kennzeichen, die anzeigt, wann der jeweilige Fahrzeugbesitzer sich auf der Straße rumtreiben darf. Meist abwechselnd dürfen Leute z.B. mit den Ziffern 1,3,5 und am nächsten Tag die mit 2,4,6 fahren.

Bekannt ist, dass über das Fahrverbot bei kleineren Fahrten, bei denen die Wahrscheinlichkeit, entdeckt zu werden gering ist, leicht hinweggegangen wird. Nun haben wir gestern von einer Freundin gehört, die mit einem Chinesen unterwegs war, dass die Chinesen sich etwas Praktisches ausgedacht haben, um auch längere Fahrten an „verbotenen Tagen“ unentdeckt hinter sich zu bringen: Es gibt hier professionell gemachte Aufklebersets zu kaufen, die man bei Gelegenheit dann einfach auf dem Nummernschild anbringen kann. Sobald eine größere Fahrt ansteht, wird dann die passende Nummer für den jeweiligen Tag aus dem Set geholt, auf das Nummernschild geklebt und dann erst um 20 Uhr, wenn scheinbar mehrere Nummern fahren dürfen, wieder abgemacht.

Die neue Zulassungspraxis scheint übrigens wie am Schnürchen zu laufen

Noch ein paar Zahlen zur derzeitigen Verkehrssituation in Beijing:

  • 4, 5 Millionen offiziell zugelassene Autos in Beijing Anfang Dez. 2010
  • 6,2 Millionen Menschen haben einen Führerschein in Beijing
  • auf 1000 Menschen kommen momentan ca. 130 Autos (Vgl.: Shanghai 45, Gesamt-China 19, Deutschland 573)
  • 700.000 Autos groß ist die Flotte der chinesischen Zentral- und Lokalregierung in Beijing
  • Gewünschte Obergrenze an zugelassenen Fahrzeugen in Beijing: 6,7 Millionen
  • Schätzung des Statistischen Amtes in Beijing für 2020 bei gleichbleibendem Zuwachs: 200 Millionen Autos

Kognitive Dissonanz

China, der große Umweltverschmutzer! Normalerweise hebt der „Westler“ hier sofort den mahnenden Zeigefinger!

Doch es geht auch anders. Ist die heimische Autoindustrie betroffen ist es nicht mehr weit her mit dem Klimaschutz. Nicht nur das die großen Autoproduzenten (BMW, Benz, VW) hier zu den größten Luftverschmutzern zählen, nein nun ist auch der Absatz in Gefahr. weiterlesen